satzungSATZUNG

Präambel

Palliative Geriatrie leitet sich aus dem Konzept von Palliative Care ab und wurzelt in der Hospizarbeit. Sie hat zum Ziel, hochbetagten Menschen bis zuletzt ein Leben in Würde zu ermöglichen. Schmerzen, belastende körperliche Symptome sowie soziale und seelische Nöte werden gelindert. Palliative Geriatrie erfordert ein ganzheitliches Betreuungskonzept für Betroffene und Betreuende.

Palliative Geriatrie unterscheidet sich von anderen palliativen Angeboten und Konzepten wie zum Beispiel denen für TumorpatientInnen. Die alten und/ oder sterbenden Menschen sind oft nicht mehr in der Lage, ihre Bedürfnisse allgemein verständlich zu formulieren. Sie sind zu krank, zu schwach, zu müde oder oft zu dement, um sich mitzuteilen. Hinzu kommen häufig schwere körperliche Einschränkungen. Deshalb liegt ein Schwerpunkt der Arbeit im Erschließen von Kommunikationswegen

Das interdisziplinäre Team, bestehend aus PflegerInnen, ÄrztInnen, SozialarbeiterInnen, MitarbeiterInnen anderer Berufsgruppen sowie ehrenamtlichen SterbebegleiterInnen, geht gemeinsam mit Betroffenen und Nahestehenden neue Wege im gemeinsamen Umgang. Dies geschieht durch einen Betreuungsansatz, der sowohl kurative als auch palliative Maßnahmen vereint und sich immer mehr zugunsten palliativer Angebote verschiebt. Palliative Geriatrie ist auch ein versorgungspolitisches Konzept. Palliative Care für hochbetagte Menschen wird als ein Menschenrecht verstanden. Palliative Geriatrie ist ein Konzept, das in allen Einrichtungen, Diensten und Kommunen, die Sorgen für hochbetagte Menschen übernehmen, gelebt werden soll.

 

§ 1 Name, Sitz, Geschäftsjahr

  1. Der Verein führt den Namen „Fachgesellschaft Palliative Geriatrie e.V. (FGPG)“
  2. Er hat seinen Sitz in Berlin und ist im Vereinsregister eingetragen.
  3. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

§ 2 Ziele und Aufgaben des Vereins

Die Fachgesellschaft Palliative Geriatrie e.V. ist eine Fachgesellschaft mit dem Ziel, das Anliegen und Wirken von Palliativer Geriatrie im deutschsprachigen Raum zu verbreiten und darüber hinaus inhaltlich-konzeptionell weiterzuentwickeln.

Ziel des Vereins ist es,

  1. für die Belange hochbetagter, multimorbider, häufig von Demenz betroffener und/oder sterbender Menschen und ihrer Nahestehenden einzutreten.
  2. Verantwortung in der Verbreitung und gesellschaftlichen Verankerung des palliativgeriatrischen Ansatzes als Gesamtkonzept in der Altenpflege, Geriatrie, Hospizarbeit und Palliative Care sowie in relevante Aus- und Fortbildungen sowie Studiengänge zu übernehmen.
  3. als Interessensvertretung für Palliative Geriatrie, insbesondere gegenüber Fachverbänden, Wissenschaft, Politik, Regierungen, parlamentarischen, gesellschaftlichen und anderen politischen Gremien sowie gegenüber Kostenträgern zu fungieren.
  4. die Interessen seiner Mitglieder in Fragen der Palliativen Geriatrie in allen regionalen und internationalen Belangen zu fördern, zu repräsentieren und zu vertreten.
  5. Stellungnahmen und Empfehlungen zu Fragestellungen, die die palliativgeriatrische Sorge betreffen, zu erarbeiten bzw. an solchen mitzuwirken.
  6. in allen Versorgungsformen auf den Ausbau und die Weiterentwicklung des palliativgeriatrischen Ansatzes hinzuwirken und dabei den hospizlich-palliative Ansatz als Ausdruck eines besonderen Verständnisses gegenüber hochbetagten, kranken und/oder sterbenden Menschen sowie gelebte Interprofessionalität ins Zentrum zu stellen.
  7. Qualitätsempfehlungen für die palliativgeriatrische Versorgung zu entwickeln und ggf. weitere Organisationen und Institutionen einzubeziehen.
  8. die Zusammenarbeit, den Informationsaustausch sowie die Bildung und Wissenschaft im Bereich der Altenpflege, Geriatrie, Hospizarbeit und Palliative Care national und international zu fördern.
  9. Öffentlichkeitsarbeit, z. B. durch Pressearbeit, Publikationen oder Veranstaltungen, zu gestalten bzw. zu fördern
  10. Betroffene und Institutionen bezüglich Palliativer Geriatrie zu beraten.
  11. Forschungsaktivitäten im Kontext der Palliativen Geriatrie durchzuführen, zu begleiten oder zu fördern.
  12. überkonfessionell und politisch unabhängig tätig zu sein.

Der Verein erreicht seine Ziele insbesondere durch

    1. Herausgabe einer Fachzeitschrift
    2. Öffentlichkeitsarbeit
    3. Veranstaltungen
    4. wissenschaftliche Projekte
    5. Arbeitsgruppen
    6. Betrieb einer Geschäftsstelle

§ 3 Steuerbegünstigung

  1. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung. Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.
  2. Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten in ihrer Eigenschaft als Mitglied keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins. Sie haben bei ihrem Ausscheiden keinerlei Ansprüche an das Vereinsvermögen. Keine Person darf durch Ausgaben, die den Zwecken des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

§ 4 Mitgliedschaft

  1. Mitglieder können alle natürlichen und juristischen Personen werden, die die Ziele des Vereins unterstützen.
  2. Die Mitgliedschaft wird erworben durch eine Beitrittserklärung und anschließender Aufnahme durch den Vorstand.
  3. Der Austritt eines Mitgliedes erfolgt durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Vorstand mit einer Frist von drei Monaten zum Schluss des Geschäftsjahres.
  4. Ein Mitglied kann durch Beschluss des Vorstandes ausgeschlossen werden, wenn es den Vereinszielen zuwider handelt oder seinen Verpflichtungen gegenüber dem Verein nicht nachkommt. Gegen den Beschluss kann das Mitglied die Mitgliederversammlung anrufen. Diese entscheidet endgültig. Das Mitglied ist zu der Versammlung einzuladen und anzuhören.

§ 6 Rechte und Pflichten der Mitglieder

  1. Die Mitgliederversammlung erlässt eine Beitragsordnung, die die Höhe der jährlich zu zahlenden Beiträge regelt.
  2. Das Mitglied erwirbt hierdurch Rechte, z. B. Mitwirkung in den Gremien des Vereins oder Bezug der Fachzeitschrift SORGE Kompetent. Fachforum Palliative Geriatrie und ggf. eine reduzierte Teilnehmergebühr zur Fachtagung Palliative Geriatrie (KPG-Bildung-Alumnipreis)

§ 7 Organe des Vereins

Die Organe des Vereins sind:

  1. Mitgliederversammlung
  2. Präsidium (Vorstand)
  3. Ehrenvorsitz
  4. Kassenprüfer
  5. Fachbeirat

§ 8 Mitgliederversammlung

  1. Oberstes Organ ist die Mitgliederversammlung. Sie wird in der Regel vom Vorstandsvorsitzenden geleitet.
  2. Die Mitgliederversammlung stellt die Richtlinien für die Arbeit des Vereins auf und entscheidet Fragen von grundsätzlicher Bedeutung. Zu den Aufgaben der Mitgliederversammlung gehören insbesondere:
    a. Wahl und Abwahl des Vorstandes
    b. Wahl der Mitglieder weiterer Gremien, z. B. Kassenprüfer
    c. Beratung über den Stand und die Planung der Arbeit
    d. Genehmigung des vom Vorstand vorgelegten Wirtschafts- und Investitionsplans
    e. Beschlussfassung über den Jahresabschluss
    f. Entgegennahme des Geschäftsberichtes des Vorstandes
    g. Beschlussfassung über die Entlastung des Vorstandes
    h. Erlass der Beitragsordnung, die nicht Bestandteil der Satzung ist
    i. Bestätigung einer Geschäftsordnung für den Vorstand
    j. Beschlussfassung über die Übernahme neuer Aufgaben oder den Rückzug aus Aufgaben seitens des Vereins
    k. Beschlussfassung über Änderungen der Satzung und die Auflösung des Vereins.
  3. Zur Mitgliederversammlung wird vom Vorstandsvorsitzenden unter Angabe der vorläufigen Tagesordnung mindestens vier Wochen vorher schriftlich eingeladen. Sie tagt so oft es erforderlich ist, in der Regel einmal im Jahr.
  4. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung findet statt, wenn mindestens 25 % der Mitglieder sie unter Angabe von Gründen verlangen. Sie muss längstens fünf Wochen nach Eingang des Antrags auf schriftliche Berufung tagen.
  5. Die Mitgliederversammlung ist beschlussfähig, wenn mehr als die Hälfte der Mitglieder anwesend ist; ihre Beschlüsse werden mit Stimmenmehrheit gefasst.
    Bei Beschlussunfähigkeit lädt der Vorstand umgehend zu einer zweiten Mitgliederversammlung mit gleicher Tagesordnung ein. Diese ist unabhängig von der Zahl der anwesenden Mitglieder beschlussfähig. Auf diesen Umstand ist mit der Einladung hinzuweisen.
    Ein Beschluss gilt als gefasst, wenn mehr Ja- als Nein-Stimmen abgegeben wurden.
  6. Über die Beschlüsse und, soweit zum Verständnis über deren Zustandekommen erforderlich, auch über den wesentlichen Verlauf der Verhandlung, ist eine Niederschrift anzufertigen. Sie wird vom Versammlungsleiter und dem Protokollführer unterschrieben.

§ 9 Vorstand

  1. Der Vorstand besteht aus dem/der Vorsitzenden, zwei stellvertretenden Vorsitzenden und bis zu vier BeisitzerInnen.
  2. Die/der Vorstandsvorsitzende und die zwei stellvertretenden Vorsitzenden bilden den geschäftsführenden Vorstand im Sinne des § 26 BGB.
  3. Der Vorstand trägt die Verantwortung für die Finanzen des Vereins im Rahmen der Haushaltsplanung und kann aus seinem Kreis eine/-n Verantwortliche/-n für den Haushalt benennen.
  4. Zur rechtsverbindlichen Vertretung genügt die gemeinsame Zeichnung durch zwei Mitglieder des Vorstandes.
  5. Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung auf die Dauer von drei Jahren gewählt. Die Vorstandsmitglieder bleiben bis zur Bestellung eines neuen Vorstandes im Amt. Scheidet ein Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes während der Amtsperiode aus, kann der Vorstand auf Vorschlag der verbleibenden Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes ein Mitglied des Vorstandes bis zur nächsten Wahl in den geschäftsführenden Vorstand berufen.
  6. Der Vorstand arbeitet ehrenamtlich und kommt mindestens einmal im Jahr persönlich sowie zu regelmäßigen Telefonkonferenzen zusammen.
  7. In einer Geschäftsordnung werden Regelungen zur Einladungsfrist und -form, Reisekostenregelung, Aufwandsentschädigungen, Beschlussfähigkeit und schriftlichen/ elektronischen Beschlussfassung ergänzt.
  8. Beschlüsse sind schriftlich zu protokollieren und von dem Vorstandsvorsitzenden zu unterzeichnen.
  9. Der Vorstand lädt einmal jährlich zu einer Mitgliederversammlung ein.

§ 10 Satzungsänderungen und Auflösung

  1. Über Satzungsänderungen, die Änderung des Vereinszwecks und die Auflösung entscheidet die Mitgliederversammlung. Vorschläge zu Satzungsänderungen, Zweckänderungen und zur Auflösung sind den stimmberechtigten Mitgliedern bis spätestens einen Monat vor der Sitzung der Mitgliederversammlung zuzuleiten. Für die Beschlussfassung ist eine Mehrheit von drei Vierteln der anwesenden Stimmberechtigten erforderlich.
  2. Änderungen oder Ergänzungen der Satzung, die von der zuständigen Registerbehörde oder vom Finanzamt vorgeschrieben werden, werden vom Vorstand umgesetzt und bedürfen keiner Beschlussfassung durch die Mitgliederversammlung. Sie sind den Mitgliedern spätestens mit der nächsten Einladung zur Mitgliederversammlung mitzuteilen.
  3. Bei Auflösung, bei Entziehung der Rechtsfähigkeit des Vereins oder bei Wegfall der steuerbegünstigten Zwecke fällt das gesamte Vermögen an die Interessengemeinschaft Palliative Geriatrie im Unionhilfswerk Landesverband Berlin e. V. , und zwar mit der Auflage, es entsprechend seinen bisherigen Zielen und Aufgaben ausschließlich und unmittelbar gemäß § 2 zu verwenden.