Veröffentlichungen der FGPG

Die FGPG veröffentlicht als inhaltlich arbeitende Organisation eine Fachzeitschrift, aber auch kürzere Artikel, Fachbeiträge, Anregungen und grundlegende Positionen. Diese können Sie in dieser Rubrik einsehen, lesen und gerne auch mit anderen Interessierten teilen.

Sollten Sie zu den Veröffentlichungen Fragen oder Anregungen haben, wenden Sie sich bitte an das Sekretariat der FGPG.

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Grundsatzpapiere

Die FGPG hat bis dato zwei Grundsatzpapiere verfasst, die verschiedene Aspekte Palliativer Geriatrie in den Fokus stellen: Grundsatzpapier zur Palliativen Geriatrie allgemein sowie Selbstbestimmung und Autonomie in der Palliativen Geriatrie. Beide Schriften sind Ergebnis eines intensiven inhaltlichen Prozesses der Mitglieder aus den verschiedenen Ländern und spiegeln die verbindenden und gemeinsamen Haltungen, Ansichten sowie Positionen wider.

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Grundsatzpapier „Palliative Geriatrie“

Zusammenfassung

Palliative Geriatrie ist ein ganzheitlicher, interprofessioneller Betreuungsansatz mit dem Ziel, multimorbiden hochbetagten Menschen mit und ohne Demenz bis zuletzt ein gutes Leben zu ermöglichen und ihren Angehörigen in schweren Zeiten beizustehen. Der Bedarf dafür besteht, wenn fortschreitende chronische Erkrankungen zu so schwerwiegenden Leistungseinbußen und körperlich-seelischer Vulnerabilität geführt haben, dass die Betroffenen vermehrt auf die Hilfe und Unterstützung anderer angewiesen sind. Der Ansatz der Palliativen Geriatrie basiert auf einer Haltung empathischer Zuwendung und bedingungsloser Wertschätzung sowie auf dem Willen, Leid zu lindern und ist in jedem Betreuungssetting umsetzbar.

Gelingende Kommunikation und das Herstellen tragfähiger Beziehungen sind die unabdingbaren Prämissen um herauszufinden, was multimorbide Hochbetagte schmerzt und belastet. Dazu ist es erforderlich, genau zu beobachten, empathisch zuzuhören, zu antworten und nachzufragen. Im Fokus steht der ganze Mensch. Behandlung und Betreuung orientieren sich nicht an seinen Diagnosen, sondern an den psychischen und physischen Problemen, die ihm das Leben schwer machen. Dazu braucht es ein fachlich und menschlich kompetentes interprofessionelles Team.

In einer Zeit, in der wirtschaftliche Überlegungen häufig für bedeutsamer gehalten werden, als das Wohl von Personen, ist Palliative Geriatrie aufgerufen, gleichermaßen für die Rechte vulnerabler hochbetagter Menschen auf ein gutes Leben bis zuletzt einzutreten, wie die angemessene Würdigung und Entlohnung aller in der Altenhilfe Tätigen einzufordern.

Begegnungsstätten für alte Menschen in den Stadtteilen; Kommunen sollen lernen verständnisvoller mit Menschen mit Demenz umzugehen. Palliative Geriatrie unterstützt und fördert daher ein soziales Umfeld, das für alte Menschen sorgt. Dazu braucht es die Bereitschaft der Gesellschaft und eine große gemeinschaftliche Anstrengung.

Hier finden Sie das Grundsatzpapier in einer pdf-Version. Eine Druckversion erhalten Sie über unser Sekretariat. Nehmen Sie dafür gerne Kontakt mit uns auf!

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Grundsatzpapier „Autonomie und Selbstbestimmung im Blick auf die Palliative Geriatrie“

Zusammenfassung

Die Selbstbestimmung als Teil des Autonomieprinzips spielt gesellschaftlich gegenwärtig eine besondere Rolle. Es wird weithin angenommen, dass sie ein wesentlicher Aspekt des Menschseins ist, für Menschen mit Demenz ebenso wie für alle anderen. Damit verbunden ist mitunter eine Überbetonung der Selbstbestimmung, übersehen wird dabei oft die wechselseitige Abhängigkeit von Menschen. Im hohen Alter und in der Demenz nehmen Verletzlichkeit und Abhängigkeit zu, dennoch kann Selbstbestimmung im Sinne von „relationaler Autonomie“ gelebt werden.

Die Selbstbestimmung eines Menschen anzuerkennen, bedeutet, ihn in seiner Würde zu achten. Palliative Geriatrie setzt sich dafür ein, dass hochbetagte Menschen bis zuletzt ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können. Durch rechtzeitige und vorausschauende Planung kann es den Betreuenden gelingen, auch dann im Sinne der Betroffenen zu handeln, wenn diese nicht mehr selbst entscheiden können. Es gehört zu den wesentlichen Aufgaben von Palliativer Geriatrie, alte Menschen stets ernst zu nehmen und ihnen auch und gerade dann empathisch zuzuhören, wenn sie sich wünschen, zu sterben.

Ebenso wichtig, wie die Sorge für die Selbstbestimmung der Betroffenen, ist es, berechtigte Ansprüche der professionell Sorgenden, der Angehörigen und Bezugspersonen zu respektieren. Palliative Geriatrie setzt sich daher ebenso für adäquate Rahmenbedingungen und Ressourcen für die Betreuung hochbetagter Menschen ein, wie für die Schaffung entsprechender Arbeitsbedingungen und Reflexionsräume für die Menschen, die sie betreuen.

Das gesamte Grundsatzpapier wird zeitnah gedruckt und veröffentlicht. Hier finden Sie das Grundsatzpapier als Vorabversion.